Geschrieben von OutSideEars5.9.2026, 20:03 Uhr · 3 Min. Lesezeit
## Geschichte
Big Thunder Mountain gehört zu den wenigen Attraktionen, die den Disneyland Park in Paris seit dem ersten Betriebstag am 12. April 1992 begleiten – und es ist die einzige Achterbahn, die am Eröffnungstag fertig war. Verantwortlich für die Gestaltung war Walt Disney Imagineering unter der Leitung von Tony Baxter, der bereits die kalifornische Urversion von 1979 mitverantwortet hatte. Erzählt wird die Geschichte der fiktiven Big Thunder Mining Company, die im Goldrausch einen Berg ausbeutete, bis die Natur zurückschlug und der Betrieb zur Geisterstadt verfiel. Die verlassenen Loren fahren seitdem führerlos durch den Canyon.
Anders als in Kalifornien oder Florida entschieden sich die Imagineers in Paris für eine ungewöhnliche Platzierung: Der Berg steht nicht am Ufer, sondern auf einer Insel im Rivers of the Far West. Der Bahnhof liegt auf dem Festland, die Strecke führt in Tunneln unter dem Flusslauf hindurch. Genau dieser Kunstgriff macht die Pariser Fassung zur größten und aufwendigsten der weltweit fünf Big-Thunder-Bahnen. Zwischen November 2015 und Dezember 2016 war die Attraktion für eine grundlegende Überholung geschlossen, bei der unter anderem große Teile der Schienen erneuert wurden. Seit August 2018 gibt es zusätzlich eine Single-Rider-Warteschlange.
## Die Fahrt
Nach dem Verlassen des Bahnhofs taucht der Zug zunächst in den Tunnel unter dem Fluss ab und erreicht die Insel. Dort folgt der erste von drei Kettenliften, an deren Ende jeweils eine Abfahrt durch die felsige Kulisse wartet. Das Layout orientiert sich weitgehend an der Version im Magic Kingdom, wurde aber gespiegelt und angepasst. Höhepunkte sind die Durchfahrt durch die einstürzende Mine, das Trestle-Gerüst über dem Wasser mit Bordkamera und Wasserfontänen sowie die schnelle Schlussabfahrt zurück Richtung Festland. Mit 56 km/h ist Big Thunder Mountain keine Rekordbahn, die enge Kurvenführung, die Kulissen und die Fliehkräfte in den Serpentinen sorgen aber für ein deutlich intensiveres Fahrgefühl, als die reinen Zahlen vermuten lassen.
## Technik
Gebaut wurde die Anlage vom niederländischen Hersteller Vekoma, der die Streckenkonstruktion nach den Vorgaben der Imagineers umsetzte. Der Zugverkehr läuft mit bis zu fünf Zügen zu je fünf Wagen; pro Zug finden 30 Gäste Platz, gesichert nur durch einen einfachen Schoßbügel. Angetrieben wird die Bahn ausschließlich über die drei Kettenlifte, dazwischen rollt der Zug rein gravitationsgetrieben. Für die Entwicklung von Big Thunder Mountain setzte Disney erstmals in größerem Umfang computergestützte Konstruktion ein – ein Grund für den vergleichsweise weichen Streckenverlauf, der die Bahn bis heute von manchen zeitgenössischen Minenzügen unterscheidet.
## Wissenswertes
Die Pariser Version verzichtet auf das Dinosaurierskelett, das man aus Anaheim, Florida und Tokio kennt. Dafür bietet sie als einzige den Wechsel zwischen Festland und Insel. Der Berg misst 32 Meter und ist damit eine der prägenden Silhouetten der Parklandschaft – zusammen mit dem Dornröschenschloss bildet er die klassische Blickachse von Frontierland aus.
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